Wirtschaftliche Zusammenarbeit

"Entwicklungspolitik soll dazu beitragen, dass die Menschen in allen Weltteilen die Chancen, die sich durch die Globalisierung und das Ende des politischen Blockdenkens bieten, zu ihrem Vorteil nutzen können. Wir müssen verhindern, dass ganze Regionen und Bevölkerungsgruppen ins Abseits geraten. Dabei folgt unsere Politik gleichermaßen unserem Interesse an einer sicheren Zukunft, dem Gebot sozialer Gerechtigkeit und unserer Verpflichtung, Menschen in Not beizustehen."
Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, 19. Mai 2000

"Es gibt einen unauflösbaren Zusammenhang zwischen gerechter Entwicklung und gesichertem Frieden auf der Welt. Wir müssen den Ursachen von Spannungen und Konflikten zu Leibe rücken, bevor daraus Kriege und Bürgerkriege entstehen."
Bundespräsident Johannes Rau

Umfang der deutschen Hilfe für den Jemen

Die deutschen Gesamtzusagen belaufen sich auf 817,75 Mio. Euro (seit 1978).
Davon entfallen auf

finanzielle Zusammenarbeit: 458,11 Mio. Euro,

technische Zusammenarbeit: 274,34 Mio. Euro,

andere Instrumente der Entwicklungszusammenarbeit:

schätzungsweise 85 Mio. Euro.

In dieser Aufstellung sind die für multilaterale Entwicklungszusammenarbeit bereitgestellten deutschen Gelder nicht enthalten.

Im Rahmen des im April 2001 von der Bundesregierung verabschiedeten "Aktionsprogramm 2015: Der Beitrag der Bundesregierung zur weltweiten Halbierung extremer Armut" wurde unter den 70 Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit der Jemen neben Bolivien, Vietnam und Mozambique als Pilotland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ausgewählt. Anlässlich der letzten Regierungsverhandlungen im Mai 2002 in Sana'a wurden die Zusagen für das Jahr 2002 gegenüber dem Vorjahr um 67% auf nunmehr 37,3 Mio. Euro erhöht (2001: 23,5 Mio. Euro).
1979 wurde dem Jemen Schuldenerlass gewährt. Seither erhält der Jemen die Gelder unserer wirtschaftlichen Zusammenarbeit in Form von Zuschüssen.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit dem Jemen konzentriert sich auf drei Sektoren:

• Trinkwasser, Wassermanagement, Abwasser -Abfallentsorgung

• Gesundheit, Familienplanung

• Bildung (nur Grundbildung)

Weitere bestehende Projekte können dem Bereich Wirtschaftreform und Aufbau der Marktwirtschaft zugerechnet werden.
Drei Viertel aller Gelder werden für den Wassersektor bereitgestellt.

Regional ist die deutsche Entwicklungszusammenarbeit vor allem in den Gouvernoraten Ibb, Abyan, Taiz und Aden aktiv. Neuerdings werden entwicklungspolitische Maßnahmen auch in den Stammesgebieten des Nordens durchgeführt. Es bestehen insbesondere Bemühungen, die nordöstlichen Grenzgebiete einzubeziehen.

OECD: Deutschland in der Entwicklungszusammenarbeit vorn

Deutschland ist, gleich nach den USA, mittlerweile weltweit zweitgrößter Geber der Entwicklungszusammenarbeit. Ein guter Zwischenschritt, befindet Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczoreck Zeul – doch bleibe noch viel zu tun, um die selbstgesteckten Ziele zu erreichen.

Nach den Berechnungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sind die deutschen Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit (ODA =  Official Development Assistance) im Jahr 2007 auf rund 12,3 Milliarden US-Dollar (8,96 Milliarden. Euro) gestiegen. 2006 lagen sie bei 10,4 Milliarden US-Dollar (8,31 Milliarden Euro). Die deutschen Leistungen sind wechselkurs- und inflationsbereinigt um 5,9 Prozent gewachsen.

 

ODA (englisch: Official Development Assistance) werden die Mittel genannt, die DAC-Länder (also die Mitgliedsländer des Entwicklungshilfeausschusses der OECD) Entwicklungsländern direkt oder über internationale Organisationen für Entwicklungsvorhaben zur Verfügung stellen. Der Europäische Rat hatte im Juni 2005 beschlossen, die ODA der Europäischen Union bis 2015 auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu erhöhen (ODA-Stufenplan).

 

In absoluten Zahlen ist Deutschland damit nach den USA, vor Frankreich, Großbritannien und Japan, der zweitgrößte Geber.

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