Deutsches Projekt zur Entwicklung historischer Städte im Jemen planmäßig abgeschlossen
Das von Deutschland seit 2000 geförderte und von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) umgesetzte Projekt zur wirtschaftlichen Entwicklung historischer Städte wurde Ende Juni 2012 planmäßig abgeschlossen. Am 24.6.2012 wurde das Projekt in einer gemeinsamen Veranstaltung der GIZ und des deutschen Botschafters im Jemen, Holger Green, in Anwesenheit des Ministers für Planung und internationale Kooperation, S.E. Herrn Dr. Mohammed Al-Sa'di, offiziell übergeben
Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Social Fund for Development realisiert und von deutscher Seite mit einem Gesamtvolumen von 7,2 Mio € gefördert. Durch das Projekt sollten die Kapazitäten der jemenitische Partner zur Bewahrung des reichen kulturellen Erbes des Landes gestärkt werden. Gleichzeitig sollten die Projektaktivitäten als Motor für die wirtschaftliche Entwicklung in diesen Städten, vor allem in Shibam (Hadramout) und Zabid, aber auch in Jibla und Thulla dienen. Mit dem Projekt wurden traditionelle Fertigkeiten von lokalen Handwerkern wiederbelebt bzw. erhalten und damit gleichzeitig Arbeitsmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung geschaffen.
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Häuser in Shibam
(© GIZ-Projekt Stadterhalt)
Shibam befindet sich im Gouvernorat Hadramout und soll im 3. Jahrhundert gegründet worden sein. Die Stadt ist für ihre bis zu neunstöckigen Wohnhäuser aus Lehmziegeln berühmt und wurde u.a. deswegen 1982 von der UNESCO in das Weltkulturerbe aufgenommen. Die Lehmhäuser müssen in regelmäßigen Abständen erneuert werden, allerdings geht das Wissen über die dafür notwendigen traditionellen Kulturtechniken immer mehr verloren. Heute leben nur noch ca. 3000 Menschen in Shibam. Im Rahmen des GIZ-Programms wurden 66 Prozent der historischen Gebäude renoviert. Über 300 Handwerker der verschiedenen Gewerke, wie Lehm, Stein, Holz, Installation, traditionelles Handwerk, wurden ausgebildet.
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Stadtansicht Zabid
(© GIZ-Projekt Stadterhalt)
Zabid, das in der Tihama im Gouvernerat Hodeidah liegt, ist eine der ältesten Städte des Jemen. Zabid soll schon zur Zeit der Enstehung des Islams im 7. Jahrhundert als Stadt etabliert gewesen sein. Um 820 wurde die Große Moschee in Zabid gebaut, die sich zu einem intellektuellen Zentrum des Sunnismus entwickelte und in die gesamte arabische und muslimische Welt ausstrahlte. Heute hat Zabid ca. 30.000 Einwohner. 1993 erhielt Zabid den Status eines UNESCO-Weltkulturerbes, steht allerdings seit dem Jahr 2000 auf der roten Liste und ist von der Streichung dieses Status bedroht. Hauptgrund dafür ist die Gefährdung des Originalzustands der Stadt; viele der alten Lehmbauten wurden in den vergangenen Jahren durch Betonhäuser ersetzt. Nicht zuletzt durch die Unterstützung des GIZ-Projekts konnte die Streichung bislang verhindert werden.
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Alter Handwerker auf dem Markt in Zabid
(© GIZ-Projekt Stadterhalt)
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Kleine Mädchen aus Zabid in Tracht
(© GIZ-Projekt Stadterhalt)