Gesundheit

Die Bevölkerung des Jemen wächst jährlich zwischen 2,8 und 3% und wird sich bei unveränderten Wachstumsrate etwa alle 25 Jahre verdoppeln. Ein Grund für das hohe Bevölkerungswachstum ist neben der immer noch hohen gesellschaftlichen Akzeptanz großer Familien der mangelnde Zugang der Bevölkerung zu und das Wissen über Verhütungsmittel. Die EZ im Gesundheitssektor hat deswegen insbesondere zwei Ziele: die Qualität der Gesundheitsdienstleistungen zu verbessern und den Zugang zu Mitteln der Familienplanung und der Müttergesundheit zu erhöhen. Das Vorhaben im Bereich Familienplanung ist in 14 Gouvernoraten aktiv und erreicht rd. 80% der jem. Bevölkerung. Im Rahmen dieses Vorhabens werden nicht nur subventionierte Verhütungsmittel zur Verfügung gestellt, sondern auch Aufklärungskampagnen zu modernen Methoden der Familienplanung gefördert. In diesen Aufklärungskampagne werden gezielt auch religiöse Akteure einbezogen – in Zusammenarbeit mit lokalen zivilgesellschaftlichen Organisationen und Freiwilligen. Eine Studie zeigte, dass durch diese Aufklärungskampagnen das Wissen über Verhütung substantiell erhöht werden konnte. In Pilotvorhaben ist es gelungen, im Rahmen eines von der deutschen EZ geforderten Dialogs in ausgewählten Dörfern freiwillige Selbstverpflichtungen über ein Mindestheiratsalter von 17 Jahren zu erreichen. Zudem berät die deutsche EZ das Gesundheitsministerium bei der Reform des Gesundheitssektors.