Ernährungssicherheit

  Landwirtschaft ist die Haupteinkommensquelle für einen Großteil der Bevölkerung. Die vorhandenen Potentiale werden aufgrund des geringen Ausbildungsstandes der Kleinbauern und fehlender Investitionen in die Landwirtschaft nicht ausgeschöpft. Daher ist der Selbstversorgungsgrad des Jemen sehr gering, nahezu 75% der Nahrungsmittel werden importiert. Die Nahrungsmittelversorgung wird weiter durch den Anbau von Kat, der ca. 10 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche und erhebliche Grundwasserressourcen beansprucht, beeinträchtigt. Ein Zukauf von Nahrungsmitteln ist bei den momentan hohen Nahrungsmittelpreisen für weite Teile der Bevölkerung unerschwinglich, was zu Hunger und Mangelernährung führt. Zudem verringert sich durch Kauf und Konsum von Kat das zum Nahrungszukauf verfügbare Familieneinkommen. Etwa 7,5 Millionen Menschen haben keinen ausreichenden Zugang zu Nahrungsmitteln. Diese Menschen leben mehrheitlich im ländlichen Raum. Die Unternährung von Kindern liegt bei 46%, eine der weltweit höchsten Raten.


Deutschland unterstützt die Ernährungssicherheit im Jemen mit einer Doppelstrategie: über die Unterstützung des Welternährungsprogramms (WEP) soll unmittelbar die humanitäre Lage der Bevölkerung verbessert werden. Zuletzt wurden dem WEP Mittel in Höhe von 21,5 Mio. EUR zugesagt.


 

In Ergänzung dazu unterstützt die deutsche EZ den Jemen bei der Entwicklung einer Ernährungssicherungsstrategie. Integraler Bestandteil ist dabei die Aufklärung über die negativen Folgen des Qat-Konsums.